Abfindungen

Erhält der Arbeitnehmer eine Kündigung und ist der Erhalt des Arbeitsplatzes nicht möglich oder nicht gewünscht, kann man unter Umständen vom Arbeitgeber eine Abfindung erhalten. Es gibt allerdings – von wenigen Ausnahmen abgesehen – keinen Anspruch auf eine Abfindung. Erhält der Arbeitnehmer eine Kündigung vom Arbeitgeber, die nicht berechtigt ist, dann besteht grundsätzlich nur ein Anspruch darauf, dass der Arbeitnehmer seinen Arbeitsplatz behält.

Allerdings zahlt der Arbeitgeber oft eine Abfindung, um den Arbeitnehmer nicht weiter im Betrieb beschäftigen zu müssen. Ob und in welcher Höhe eine Abfindung gezahlt wird, ist letztendlich Verhandlungssache. Dabei spielen insbesondere die Erfolgsaussichten einer Kündigungsschutzklage und die Dauer der Betriebszugehörigkeit eine Rolle.

Bietet der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Abfindung an, ohne zuvor eine Kündigung auszusprechen, sollte sich der Arbeitnehmer auf jeden Fall vor Abschluss eines Aufhebungsvertrages informieren, ob er nicht dadurch eine Sperrzeit riskiert. Eine Sperrzeit bedeutet, dass unter Umständen für einen Zeitraum von 12 Wochen kein Arbeitslosengeld gezahlt wird und das sich die Bezugsdauer für das Arbeitslosengeld insgesamt verkürzt. Erhält der Arbeitnehmer eine Kündigung, dann muss er innerhalb von 3 Wochen ab Zugang der Kündigung beim Arbeitsgericht Kündigungsschutzklage erheben. Versäumt er diese Frist, dann gilt die Kündigung von Anfang an als wirksam und dann ist auch kein Arbeitgeber mehr bereit, eine Abfindung zu zahlen.

Im Rahmen einer Erstberatung kann der Rechtsanwalt beurteilen, welche Erfolgsaussichten eine Kündigungsschutzklage hat, und damit auch einschätzen, ob der Arbeitnehmer eine realistische Chance hat, eine Abfindung zu erhalten.